Archiv für Kategorie: Schulrecht

Es ist 5 vor 12 - Die Vorsitzenden der Kreiselternräte von Dresden, Leipzig und Chemnitz reichen Petionen ein

Mittwoch, März 11th, 2009
In Umsetzung der Aufgabenstellung der letzten Mitgliederversammlung des Kreiselternrates sowie der Sitzung der Arbeitsgruppe Grundschulen hat der Vorstand des Kreiselternrates Chemnitz sich mit den Kreiselternräten in Dresden und Leipzig in Verbindung gesetzt, um nach Möglichkeiten zu suchen, wie man gemeinsam die beiden derzeitigen Grundprobleme für das Sächsische Schulsystem einer positiven Lösung zuführen kann.
Als Grundprobleme werden hierbei der auf uns zukommende - u.E. hausgemachte - Lehrermangel und die den kommunalen Handlungsspielraum aus dem Schulgesetz u.E. unzulässiger Weise einschränkenen Kennziffern der Schulnetzplanungsverordnung von 2001 verstanden. Schulschliessungen, größere Klassenstärken und die Fördermittelproblematik sind aus unserer Sicht nur Folgeerscheinungen dieser Grundprobleme.
Da sich derzeit sogar noch die Anzeichen für eine weitere Verschärfung der Einschränkungen aus der Schulnetzplanungsverordnung mehren und u.E. die derzeitigen Aktivitäten der Landesregierung keinen grundlegenden Wandel bei der Lehrerpersonalpolitik einleiten, reichen die Kreiselternratsvorsitzenden der Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz nachfolgende Petitionen im Sächsischen Landtag ein.

In den Gesprächen mit Vertretern der Lehrerverbände stiessen wir mit beiden Anliegen auf offene Ohren. Auch auf Seiten der Lehrergewerkschaft wurde es begrüsst, dass die Eltern nun auf diesem Gebiet deutlicher aktiv werden. Wir appellieren nunmehr an die Vertretungen der Lehrer, dieses Themen in ihre Gremien zu tragen und sowohl die Petitionen als auch weitere Aktivitäten solidarisch zu unterstützen. Gemeinsam sollte es uns Eltern und Lehrern doch gelingen, hier ein Stück vorwärts zu kommen.

Hier die beiden Petitionen:

Petition zur Lehrerpersonalkapazitätsentwicklung in Sachsen
Anliegen:

Hiermit ersuchen wir um Entscheidungen des Sächsischen Landtages zur unverzüglichen Änderung der Lehrerbedarfsbestimmung von fiskalisch bedingten Kenngrößen zur Ermittlung des tatsächlichen Bedarf entsprechend der Klassenbildungsmöglichkeiten nach dem Schulgesetz im Freistaat Sachsen wie folgt:

  1. Ersatz der an dem Haushaltplan orientierten Lehrerbedarfsbestimmung durch Bestimmung über Erhebungen nach dem tatsächlichen Bedarf. Der Bedarf ist hierbei an der tatsächlich entstehenden Klassenbildung in den Kreisen durch jeweilige Bestandsermittlung zu ermitteln.

  2. Schaffung der Bedingungen bei Lehrerausbildungskapazitäten, Referendarstellen und Ein-stiegsmöglichkeiten, so dass flächendeckend ausreichend Lehrer für den Generationswechsel heran gebildet und eingestellt werden können.

  3. Prüfung und Anpassung der Rahmenbedingungen für Lehrer, die ein Abwandern in andere Bundesländer weitestgehend ausschließen.

  4. Schaffung der finanziellen Voraussetzungen, um einen Lehrermangel - wie in den alten Bundesländern teilweise gegeben – auszuschließen.

Die Petition im Ganzen: Petition zur Lehrerpersonalkapazitätsentwicklung in Sachsen 2009-03-11

Petition zu Schulnetzplanungskenngrößen und Klassenrichtwert

Anliegen:

Hiermit ersuchen wir die unverzügliche Einleitung von Entscheidungen des Sächsischen Landtages zur Änderung der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus zur Schulnetzplanung im Freistaat Sachsen (Schulnetzplanungsverordnung – SchulnetzVO/vom 2. Oktober 2001) wie folgt:

  1. Ersatz der Festlegungen in Anlage 1 der Schulnetzplanungsverordnung zu Mindest-schülerzahlen, Klassenobergrenze (Klassenteiler) und Mindestzügigkeiten bei Grundschulen, Mittelschulen und Gymnasien durch die Festlegungen des §4a des Sächsischen Schulgesetzes (übergeordnetes Recht!). Ersatzlose Streichung des dem geltenden gesetzlichen Hand-lungsspielraum der Schulträger/Schulnetzplaner bei der Schulnetzplanung entgegenstehen-den Klassenrichtwertes für diese Schularten.

  2. Ersatz der Festlegungen in Anlage 1 der Schulnetzplanungsverordnung zur Klassenober-grenze (Klassenteiler) bei allen anderen öffentlichen Schularten durch die Festlegungen des §4a des Sächsischen Schulgesetzes (übergeordnetes Recht!). Ersatzlose Streichung des dem geltenden gesetzlichen Handlungsspielraum der Schulträger/Schulnetzplaner bei der Schul-netzplanung entgegenstehenden Klassenrichtwertes für diese Schularten.

Die Petition im Ganzen: Petition zu Schulnetzplanungskenngrößen und Klassenrichtwert 2009-03-11

Sächsischer Landtagsabgeordneter fordert:
Schulnetzplan nach Förderrichtlinie statt nach Schulgesetz - durchschnittlich 25 Schüler pro Klasse und generell zweizügige Grundschulen

Montag, März 9th, 2009

Am 07.03.2009 wurde uns u.a. das Antwortschreiben von Herrn Patt vom 06.03.2009 auf den Offenen Brief der SPD an die CDU Chemnitz vom 06.03.2009 bezüglich der Presseveröffentlichung “Schulhausbau: Dresden prüft Forderung” vom 06.03.2009 zugestellt.
Mit deutlichem Befremden haben wir diese erneuten Äußerungen des CDU-Landtagsabgeordneten Peter Wilhelm Patt zur Kenntnis genommen, in welchen er in erschreckender Offenheit die bisherigen Schulnetzplanungsregeln in Frage stellt - insbesondere zunächst für das gesamte Chemnitzer Grundschulnetz .
So makaber es klingen mag, aber angesichts dieser Äußerungen können wir keine Gründe für Zweifel darüber erkennen, dass angesichts der u.E. de facto hiermit indirekt angekündigten massiven Schulschließungen die Problematik der Fördermittel wohl zum kleineren Problem für unsere Chemnitzer, aber auch für viele andere sächsische Grundschulen mutieren dürfte.
Da die Aussagen von Herrn Patt u.E. so nicht unkommentiert im Raum stehen bleiben dürfen, haben wir uns im Folgenden mit ihnen konsequent und ausführlich auseinandergesetzt.
Wir gehen davon aus, dass diese Ausführungen - ganz unabhängig von der Fördermittelproblematik für alle sächsischen Grundschulen sehr aufschlussreich sein können, geht es doch nach unserer Auffassung darum, wieviel die Errungenschaften des Kompromiß zum Volksbegehren und der Schulgesetznovellierungen 2003/4 noch wert sind und wieviele - insbesondere einzügige - Grundschulen zukünftig wieder gegen Schließungen ankämpfen müssen.

Offener Brief an den CDU-Landtagsabgeordneten Peter Wilhelm Patt

Sehr geehrter Herr Patt,

Ihre Aussagen in dem Antwortschreiben vom 06.03.2009 auf den offenen Brief der SPD können u.E. nicht unkommentiert im Raum stehen bleiben. Wir gestatten uns, Ihnen nachfolgend unsere Sicht und Meinung kund zu geben. Gleichzeitig gestatten wir uns, hierüber auch die übrigen sächsischen Elternräte zu informieren. Immerhin dürfte diese von Ihnen dargestellte Sichtweise auch für die Eltern aller der Landkreise, welche bisher über Ausnahmegenehmigung noch Fördermittel für den Schulhausbau bekommen haben, “Erleuchtung” bringen. Aus dieser Sicht müsste man Ihnen beinahe dankbar sein für Ihren Vorstoss.

(weiterlesen…)

Presseveröffentlichungen zu Schulhausbau-Fördermitteln vom 06.03.2009 (Update)

Freitag, März 6th, 2009

no25 Aus unserer langen und leidvollen Erfahrung mit Schulschließungen wissen wir, was auf uns zukommt, wenn vom “Klassenrichtwert 25″ die Rede ist. Deswegen fordern wir seit einiger Zeit, daß diese Kenngröße nicht wieder auf die Tagesordnung sächsischer Schulpolitik kommen darf, wie es leider zurzeit erst einmal in den Großstädten und dann durchgängig und “rigoros” ab 2010 angedacht ist.

Leider war trotz intensiver Bemühungen unsererseits für uns bislang noch kein Einlenken in diesem Punkt erkennbar.

Heute nun konnten wir in der Zeitung einen ganz neuen Vorschlag lesen: Statt Einhaltung der durchschnittlich 25 Schüler pro Klasse (die sowieso kaum zu schaffen sein dürfte) werden wir ,it einem “Kompromiß” konfrontiert, der in freundliche Worte gefaßt zwei-zuegedarauf hinausläuft, daß einzügige Grundschulen überhaupt nicht mehr mit Hilfe von Landesmitteln saniert werden sollen.

Dabei soll dann offenbar der Richtwert aber noch nicht einmal wirklich verschwinden.

Eine Alternative zwischen Klassenrichtwert 25 oder nur zweizügigen Grundschulen scheint uns wie die Wahl zwischen Pest oder Cholera, kennen wir doch die Situation z.B in den Ortschaften am Rande der Stadt.

Nachträglich wurden noch zwei Äußerungen von Stadtratsfraktionen hinzugefügt, die einerseits lesenswert und andererseits erfreulich sind, da deutlich sichtbar mittlerweile der Ernst der Lage erkannt worden ist.


Anmerkungen zu dem Artikel “Schulhausbau: Dresden prüft Forderung” vom 06.03.2009

Im Ringen um Zuschüsse für Arbeiten an sanierungsbedürftigen Chemnitzer Grundschulen hat das Kultusministerium Kompromißbereitschaft signalisiert. Laut CDU Landtagsmitglied Peter Patt will der Fördergeber für jede einzelne Einrichtung prüfen, ob sie langfristig Bestand haben und damit für Geld aus dem Konjunkturprogramm infrage kommen.

(FP 06.03.2009)

Sachsen hat ein Schulgesetz. Dieses hat 2004 die Schulnetzplanungsverordnung (von 2001) de facto ersetzt, indem die Kennziffern für die Schulnetzplanung in das Gesetz übernommen und deutlich in Richtung kleinere Klassen verändert wurden. Auf der Basis dieses Gesetzes ist die derzeit verbindliche Schulnetzplanung in Chemnitz erstellt und der “langfristige Bestand” der Grundschulen vor Erteilung der Genehmigung zur Schulnetzplanung bereits für jede Schule geprüft worden. Seitdem haben sich die Schülerzahlen positiv entwickelt.

Diese Prüfung ist darüber hinaus in den letzten Jahren immer wieder aufgefrischt worden, nicht zuletzt im Rahmen der Verweigerung von Fördermitteln. Es mag angesichts der bisherigen Abläufe für manche dringend auf Fördermittel wartende Grundschule fast wie Hohn klingen, dass man JETZT “prüfen” wolle. Genau das hat man doch vorgeblich bisher bereits mehrfach getan.

Doch der Landtagsabgeordnete Peter Patt gibt (lt. Veröffentlichung in der FP) auch gleich die Kriterien der erneuten Prüfung vor:

(weiterlesen…)

PISA, Lehrerstreik, Lehrermangel und die durchschnittlich 25 Schüler/Klasse – Wer weit oben ist, kann tief fallen!

Donnerstag, Februar 26th, 2009

PISA, Lehrerstreik, Lehrermangel und die durchschnittlich 25 Schüler/Klasse – Wer weit oben ist, kann tief fallen!

Aufruf zum Schulterschluss
Es geht nicht nur um das Einkommen, sondern um viel viel mehr!

Wir brauchen einen grundlegenden Wechsel in der Lehrerpersonalpolitik des Freistaats Sachsen!

Wenn erst einmal die Lehrer fehlen und Unterrichtsausfall und Schulsterben um sich greift, wen interessiert dann noch, wie hoch die Lehrereinkommen im Verhältnis zu anderen Einkommen der Region sind?
Die Fragen werden dann wahrscheinlich lauten:
Warum haben wir es zugelassen, dass die Lehrer nicht mehr in Sachsen
gehalten werden können, weil sie hier so viel weniger verdienen als in anderen Ländern? Warum haben wir zu wenig Lehrer ausgebildet? Warum haben wir nicht vorgesorgt?

(weiterlesen…)

Ermöglicht der Stadtrat nun doch eine frühzeitige und umfassende Einbindung des Kreiselternrates ?

Montag, Februar 23rd, 2009

Mitunter dauern Prozesse länger als man es sich wünscht und bringen zwischenzeitlich nicht unbedingt die die angestrebten Ergebnisse. Umso erfreulicher erscheint die derzeitige Entwicklung, dass es Dank eines voraussichtlich im März 2009 erneut eingebrachten Beschlussantrages möglicherweise nun demnächst doch eine andere Einbindung des Kreiselternrats in die Arbeit der Stadtverwaltung/des Stadtrates geben könnte. Die als Anlage zu diesem Beitrag beigefügten Stellungnahmen von Fraktionen des Stadtrates lassen es möglich erscheinen, dass wir hier gemeinsam ein großes Stück vorwärts kommen und möglicherweise die seit fast 12 Jahre schweelende und immer wieder aufflammende Diskussion über fehlende, zu späte oder ungenügende Elternbeteiligung in Chemnitz weitgehend beenden können.

Für die Elternvertretungen ist es das Wichtigste, frühzeitig und möglichst umfassend informiert zu sein, um selbst aktiv werden zu können. Ob im Gegenzug die Aktivitäten durch direkte Beratung der Fraktionen bzw. deren Schulexperten oder durch Mitwirkung im Schulausschuss erfolgt, ist aus Sicht des Kreiselternrates eher für den Stadtrat von Interesse als für die Elternvertretung.

Wieder aufgekocht war das Thema Elternbeteiligung an der Problematik Schulnetzplanung sowie den parallel hierzu stattgefundenen Abstimmungen zu Beschlußvorlagen über die Einbindung des KER-C in die Stadtratsprozesse.

(weiterlesen…)

Wie den Schulhausbau finanzieren ?

Mittwoch, November 19th, 2008

Sprachheilschule Ernst Busch

Chemnitz will Schulen sanieren, doch woher das Geld nehmen?

Die Stadt Chemnitz will verstärkt nunmehr auch Grund- und Mittelschulen sanieren. Die Gelder waren im Haushalt eingestellt, die Fördermittelanträge gestellt. Für das Fliessen der Mittel und somit für den Baubeginn stehen jedoch derzeit die Ampeln auf Rot, seit das Kultusministerium Sachsen im Frühjahr 2008 eine neue Förderrichtlinie herausgab und die Stadt Haushaltkürzungen wegen zu erwartender sinkender Einnahmen avisierte.

(weiterlesen…)

Gesprächsangebote nutzen

Dienstag, November 11th, 2008

Der Vorstand des Kreiselternrates Chemnitz hat - beginnend vor den Ferien - mehrere Telefonate mit den Fraktionen des Chemnitzer Stadtrates geführt, in welchem er direkte Gesprächsangebote über Sondierungen zu Formen einer weiteren Zusammenarbeit unterbreitete. Diese wurden - nach unserem Empfinden - durchweg positiv aufgenommen, auch wenn es zu den Gesprächen selbst bisher noch nicht gekommen ist.
Positiv wurde deshalb die Einladung der Stadträtin Doris Müller (SPD/Mitglied des Schulausschuss) zu einer Veranstaltung der SHG “Innovative Ingenieure” im Otto-Brenner-Haus zum Thema “Die Schulpolitik im Freistaat Sachsen” mit ihr und dem Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Martin Dulig (Mitglied im Ausschuss “Schule und Sport”, Sprecher für Bildungspolitik) aufgenommen. Für den Kreiselternrat Chemnitz nahmen an der Veranstaltung (23.10.2008/14:00 Uhr) Herr Bernd Günther, Herr Jonas Lange und Herr Andreas Müller teil.

(weiterlesen…)

Podiumsdiskussion am 25. Oktober 2008

Dienstag, November 11th, 2008

Podiumsmitglieder (v.l.n.r.): Lothar Sack - Vorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschulen / Siegfried Kost - Referent für Bildung im Sächsischen Landtag (SPD) / Barbara Ludwig - Oberbürgermeisterin von Chemnitz (SPD) / Andreas Müller - Vorsitzender des Kreiselternrates Chemnitz (CDU/seit 11.11.2008 parteilos) / OStD Frank Haubitz - Schulleiter des Gymnasium Klotzsche in Dresden und Vorsitzender des Sächsischen Philologenverbandes

Für den 25. Oktober 2008 hatte die Lehrererwerkschaft GEW zu einer Podiumsdiskussion zum Thema “Gemeinsam länger Lernen - Gemeinschaftsschule” in die Aula der Chemnitzer Annenschule geladen.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch einen sehr interessanten Vortrag von Herrn Sack zu seiner Gesamtschule (Fritz-Karsen-Schule (FKS) in Berlin- Neukölln). Die Vorstellung der Schule in Berlin erfolgte mit Darstellungen von vielen neuen Ideen. Leider gelang es ihm dabei aber kaum, die eigentlichen Vorteile der Gesamtschule als solche heraus zu kristallisieren. Statt dessen wurden im Wesentlichen die Vorteile betont, wie z.B. das Anbieten von Differenzierungen, Kursbildung usw., welche aus einer Mehrzügigkeit resultieren. Das dies an dieser Schule hervorragend fünktioniert, ist unbestritten. Allein die Mehrzügigkeit (teilweise mehr als 6 Züge) und hohe Schülerkonzentration (ca 1300 zuzügl. Grundschulstufe) hat neben ihren Vorteilen auch eine Reihe von Nachteilen. Hier wäre es wünschenswert gewesen, mehr zu erfahren, wie jene Nachteile derart gut kompensiert werden konnten.

(weiterlesen…)

Autokorso ist nicht mehr notwendig! :)

Donnerstag, Juli 3rd, 2008

Heute war ein aufregender Tag.

Nach dem Auftakt durch den “Schülerwarnstreik” folgten zahlreiche Schreiben der Eltern an die Bildungsagentur und es begann u.a. die Vorbereitung zu einem Autokorso für unsere Chemnitzer Schulleiter, welches am kommenden Dienstag vom Dr.-Wilhelm-Andrè-Gymnasium über den Kassberg, das Stadtzentrum und die Annaberger Straße zur Sächsischen Bildungsagentur rollen sollte. Neben den Eltern und Schülern des Dr.-Wilhelm-Andrè-Gymnasiums wollten hieran auch Delegationen des Gymnasiums Einsiedel und der Untere Luisen Schule -MS- teilnehmen. Ziel war die Übergabe von Schreiben der drei Schulen.

Im Vorfeld mussten die Abstimmungen mit den drei Schulen getroffen, Wegstrecken fixiert und ein Antrag gestellt werden. Wer meint, dass es hier Probleme in der Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt oder der Polizei in Chemnitz hätte geben können, hat wohl nicht die positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit diesen Behörden wie der Kreiselternrat im letzten Jahrzehnt.

Auch heute Morgen, als wir im Ordnungsamt mit den Vertretern von Ordnungsamt und Polizei zur gemeinsamen Ablaufberatung zusammen kamen, trafen wir - wie auch bei den vielen Veranstaltungen zuvor - auf eine hervorragende Organisation und freundliche Unterstützung. Wir besprachen die Abläufe, Wegstrecken, Abstell- und Aufmarschmöglichkeiten. Manches, was wir Elternvertreter vielleicht übersehen hätten - wie z.B. das Abstellen hunderter Autos  - wurde in entgegenkommender Weise von den Anwesenden bereits vorab für uns geklärt. In diesem Zusammenhang möchten wir Eltern uns ganz ganz herzlich für die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Polizei bedanken.

Mit der Klarheit, wie das Autokorso ablaufen sollte, informierten wir heute per Fax und Mail sowohl Herrn Gersdorf als auch die Sächsische Bildungsagentur Chemnitz hierüber. Wir baten in dem Fax um die Anwesenheit eines Ansprechpartner der Agentur für den kommenden Dienstag, um die Schreiben der drei Schulen übergeben zu können.

Doch dann überschlugen sich erfreulicherweise die Ereignisse. Gegen 15.oo Uhr erhielt der Elternratsvorsitzende Andreas Müller von Schulleiter Andreas Gersdorf die kurze telefonische Mitteilung: “… Ich komme gerade aus der Bildungsagentur. Es bleibt alles wie es war. Ich bin nächstes Schuljahr Schulleiter des Andrè-Gymnasiums und Frau Klein wird wohl in Einsiedel bleiben. Das heisst, der Grund für das Autokorso ist praktisch nicht mehr gegeben …. ”

Bei einem später geführten ausführlicherem Telefonat stellte Herr Gersdorf klar, dass er von der Bildungsagentur den Auftrag bekommen habe, seine Schule hierüber offiziell zu informieren.

Die Freude und Begeisterung bei den Eltern und Schülern war groß. Egal, mit wem man sprach, alle begrüßten diese Entscheidung. Auch unsere Oberbürgermeisterin Frau Barbara Ludwig zeigte deutlich ihre Freude, als wir Ihr die frohe Botschaft am Rande des Arbeitskreises “Fachkräftebedarf” mitteilen konnten.

Die Sächsische Bildungsagentur Chemnitz hat aus unserer Sicht mit der Rücknahme der Versetzungen Größe gezeigt, indem sie damit bei den beiden Gymnasien weiterhin optimale Führungsstrukturen und ein gutes Schulklima erhält. Es bleibt zu hoffen, dass die Sächsische Bildungsagentur Chemnitz auch eine ähnliche Größe bei der Schulleiterbestellung an der Untere Luisen-Schule -MS- zeigen wird und dort schnellstmöglich eine Entscheidung im Sinne der Eltern und Schüler sowie der Schulkonferenz herbeiführt.

Wir danken noch einmal allen, die sich hierfür eingesetzt haben, sei es mit dem Schülerstreik, mit Briefen, mit der Vorbereitung des Autokorsos oder weitergehender Aktivitäten. Wir bedanken uns auch ganz besonders bei den Medien, welche unserem Anliegen zu der notwendigen Öffentlichkeit verholfen haben.

In diesem Sinne laden wir schon heute alle ein, die im nächsten  Schuljahr stattfindene einwöchige 100-Jahrfeier des Dr.-Wilhelm-Andrè-Gymnasiums mit unzähligen Höhepunkten zu besuchen und sich dabei davon zu überzeugen, wie wichtig und richtig die heutige Entscheidung war.

i.A.
Andreas Müller
- Vorsitzender des Schulelternrat des Dr.-Wilhelm-Andrè-Gymnasiums und des Kreiselternrates -

Die Stadt Chemnitz ist kein Schulleiter-”Ersatzteillager” !!!

Dienstag, Juli 1st, 2008

Hinweis von Andeas Müller: Der Autokorso beginnt am Dienstag, dem 8. Juli 2008, um 18:00 Uhr. Der Autokorso ist nicht mehr notwendig, siehe oben.

Unmittelbar nach der Schultheaterwoche wurden die Eltern, Schüler und Lehrer des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium und des Gymnasium Einsiedel mit der Nachricht konfrontiert, dass massive Eingriffe in die Leitungsstruktur ihrer Schulen geplant seien. Diese Nachricht erreichte u.E. die Schulen nicht etwa als offizielle Mitteilung seitens der Bildungsagentur, sondern über die Schulleiter.

So soll im Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium - einem der größten Gymnasien des Regierungsbezirkes - der Direktor, Herr Gersdorf , zum Schuljahresende nach Burgstädt versetzt werden, obwohl dort nach den uns vorliegenden Informationen ein Ausschreibungsverfahren für die Schulleiterstelle stattgefunden hat, bei welchem sich mehrere erfahrene Pädagogen und Schulleiter beworben hatten.
Gleichzeitig soll die im Gymnasium Einsiedel allseits geschätzte stellv. Schulleiterin , Frau Klein, kommissarisch die Schulleitung am Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium übernehmen.
Während das Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium damit innerhalb von einem Jahr beide Schulleiter verliert (der stellv. Schuleiter wurde zum Schuljahresanfang erst neu besetzt!), bedeutet auch die kommissarische Versetzung der Stellv. Schulleiterin des Gymnasiums Einsiedels für dieses Gymnasium einen harten Schlag, zumal auch hier der Schulleiterwechsel  noch nicht ewig her ist.

Kritisch wird in diesem Zusammenhang nicht nur die fehlende Einarbeitungszeit für Frau Klein gesehen, sondern auch, dass sie - nach uns vorliegenden Informationen - in einem anderen Gymnasium als Stellvertreterin des Schulleiters gearbeitet hat, welcher nunmehr als ihr Stellvertreter am  Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium tätig ist. Auch wenn davon ausgegangen wird, dass beide sich bemühen werden, ist ein solches umgedrehtes Führungsverhältnis i.d.R. nie problem- und reibungsfrei.

Herr Gersdorf hat dem Vorsitzenden des Schulelternrates des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums und Vorsitzenden des Kreiselternrates, Herrn Müller, ausdrücklich bestätigt, dass von ihm keine Bewerbung erfolgt sei. Warum die übrigen Bewerber nicht geeignet gewesen sein sollen und warum das Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium gerade innerhalb einer “Umbruchphase” die allseits in der Schule geschätzte Führungskraft entzogen bekommen und statt dessen eine kommissarische Schulleiterin erhalten soll, ist für die gesamte Schule unbegreiflich.

Ist es legitim und Bildungsqualität sichernd, dass eines der größten Gymnasiums der Region in einer Umbruchphase kurzfristig die Führungskraft entzogen bekommt und eine kommissarische Schulleiterin erhalten soll, obwohl bei der Besetzung am Gymnasium Burgstädt offensichtlich ausreichend Bewerber vorhanden waren und auch dort - notfalls! - eine kommissarische Besetzung möglich gewesen wäre???

Neben der gerade im Anlauf befindlichen Umstrukturierung zur Schule mit Ganztagesangeboten mit weitreichenden Folgen (z.B. Blockunterricht, AG-Gestaltung usw.) stehen die Fragen des neuen Lehr- und Prüfungsplanes sowie die weitere Ausbildung des musischen Profils auf der Tagesordnung. Schulleiter, Lehrer, Eltern und Schüler haben hier derzeit vielfältige Aktivitäten angearbeitet, die größere Reibungsverluste, welche mit der Einarbeitung einer neuen Schulleiterin verbunden wären, aus unserer Sicht nicht zulassen!
Hinzu kommt, dass nächstes Schuljahr die einwöchige 100-Jahrfeier des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums ansteht, welche maßgeblich durch Herrn Gersdorf organisiert wird und wo er persönlich finanziell bürgt und der Unterzeichner aller Verträge ist.

Nachdem sich der Kreiselternrat bereits an die Stadt Chemnitz gewandt hat, ihre Kraft für den Verbleib an der Schule einzusetzen und auch der Personalrat des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums diesbezüglich bei der Sächsischen Bildungsagentur vorgesprochen hat, haben sich Eltern und Schüler nun entschlossen, diese Problematik öffentlich zu thematisieren.

Der Schüler-Warnstreik heute morgen war hierfür der Auftakt und wurde von den Eltern des Schulelternrates ausdrücklich begrüsst und unterstützt. Vielen Dank an alle Schüler, insbesondere an die Organisatoren! Es geht ja um Euch !
Es geht um eine optimale Bildung unserer Schüler,  um ein absolut ausgeprägtes Vertrauensverhältnis von Schülern, Eltern und Lehrern zum Schulleiter  und um eine Sicherung aller der Dinge, welche das Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium auszeichnen.
Es geht aber auch darum, ein Zeichen zu setzen, wie wichtig gerade hervorragende Schulleiter und deren Stellvertreter sind, um eine gute Bildung und Schulqualität zu sichern, dass gerade diese Führungskräfte eben nicht beliebig austauschbar sind und hier unsere Besten berufen werden müssen. Dies betrifft die Gymnasien im Übrigen genauso wie auch die Mittelschulen, wo zumindest an der Unteren Luisen Schule -Mittelschule- gerade zu erkennen ist, zu welchen  Problemen heftig umstrittene Schulleiterbesetzungen  führen können.

Dies wird durch das Stellenkarussell komplett in Frage gestellt - am Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium vielleicht noch stärker, als am Gymnasium Einsiedel, aber letztlich doch bei beiden ähnlich.
Im Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium werden in den nächsten Tagen weitere Aktivitäten folgen. Wir hoffen auf die Unterstützung auch der Eltern und Schüler des Gymnasiums Einsiedel hierbei genauso, wie auf die Unterstützung aller, welche an dem Bildungsstandort Chemnitz interessiert sind.

Es darf nicht sein, dass die Stadt Chemnitz als Schulleiter-”Ersatzteillager” für das Umland genutzt wird. Wir verlieren bereits im Mittelschulbereich genug Schüler an das Umland. Es ist an der Zeit, dass alle Verantwortlichen in Chemnitz sich stark machen, damit nicht durch kaum nachvollziehbare Personalentscheidungen im Gymnasialbereich auch hier eine Schwächung eintritt.

i.A. des Schulelternrates des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium und des Kreiselternrates Chemnitz

Andreas Müller
- Vorsitzender des Kreiselternrates Chemnitz und des Schulelternrates des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium -