Erste Stiche einer Naht am zerrissenen Tischtuch
Zusammenkunft von
Vertretern der Stadtverwaltung und des Schulausschuß mit Elternvertretern
der Grund- und Mittelschulen
Nach 3 Monaten weitgehend
ohne direkten Kontakt trafen am Mittwoch, den 14.02.2001, erstmals wieder
Vertreter von Stadtverwaltung , Schulausschuß und Kreiselternrat zu
einem gemeinsamen Gedankenaustausch zusammen. Ziel war es, angesichts
des mittlerweilen tiefgründig zerrütteten Verhältnisses zwischen Stadtverwal-
tung/Schulausschuß und Elternvertretung (Kreiselternrat), durch Vorstellung
und Diskussion der gravie- rend unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen
einen gemeinsamen Erkenntnisstand bezüglich der das Handeln der jeweiligen
Interessengruppen bestimmenden Hintergründe und Bewegmotive zu schaffen.
Zu wissen, warum der Andere etwas getan hat, ist unabdingbar für eine
konstruktive und sachliche Diskussion. Genau deshalb wurde dieser Veranstaltung
aus Sicht des Vorstandes des Kreiselternrates trotz des ungünstigen
Termins eine sehr große Bedeutung beigemessen!
Im Einzelnen wurde sich ausgetauscht über die unterschiedlichen Sichtweisen zu
- den Verfahrensabläufen und Beschlußinhalten bei Rahmenplanung und konkreten Schulschließungen
- den Wirkungsmöglichkeiten des Kreiselternrates im Schulausschuß
- der Einbindung des Kreiselternrates in Planungs- und Schließungsprozesse
- dem Anliegen, der Richtung, den Konsequenzen und der Rechtsförmigkeit des Bürgerbe- gehrens
- die Vorgehensweise
des Kreiselternrates bei der Erarbeitung einer alternativen Rahmen-
planung ab 28.02.2001 mit Arbeitsgruppen pro Planbezirk aus Stadt-,
Eltern- und Schülerräten
Wer erwartet hatte, daß
in dieser Veranstaltung grundlegend neue Festlegungen getroffen werden,
muß wohl enttäuscht sein von deren Ablauf und den Ergebnissen. Doch
dies sind sicher die Wenigsten der Anwesenden gewesen! Zu groß sind
noch die Unterschiede in den Sichtweisen und zu tief steckt noch der
Stachel des Vertrauensverlustes.
Wer aber diese Diskussionsveranstaltung
im oben beschriebenen Sinne betrachtet, muß Sie schon als einen kleinen
Erfolg für beide Seiten bewerten. Immerhin sprach man miteinander, gab
es einen weitgehend sachlichen Informationsaustausch und erste kleine
Ergebnisse. Durch Herrn Brehm wurde ein Angebot zu einem Gespräch in
kleinerem Kreis zwischen dem Vorstand des Kreiselternrates und der Stadtverwaltung
unterbreitet, um Möglichkeiten und Modelle einer zukünftigen Zusammenarbeit
auszuloten.
Von mehreren Vertretern
der anwesenden Fraktionen des Stadtrates wurde in der Diskussion darauf
verwiesen, daß unbedingt eine Vertretung des Kreiselternrates im Schulausschuß
gewünscht sei. Hierzu wurde seitens Frau Deponte erneut Herr Andreas
Müller vorgeschlagen und die Stadträte gebeten, erneut hierzu abzustimmen.
Generell positive Signale waren diesmal auch aus der SPD-Fraktion zu
hören, wo Herr Detlef Müller zusicherte, sich hierfür einzusetzen. PDS,
FDP und Bündnis 90/Die Grünen hatten sich bereits im Vorfeld der Veranstaltung
positiv gegenüber dem Vorstand des Kreiselternrates diesbezüglich geäußert.
Die im Ganzen recht sachliche,
wenn auch emotionsgeladene Debatte war geprägt von dem ehrlichen Bemühen
weitgehend aller Beteiligter, zurückzufinden zu einer ehrlichen und
sachlichen Zusammenarbeit im Sinne der Sache! Sie kann deshalb aus Sicht
des Kreiselternrates als durchaus erfolgreich betrachtet werden, auch
wenn Herr Höfler (CDU) am Ende der Veranstaltung durch eine verbale
Entgleisung bezüglich der Fachkompetenz von Herrn Andreas Müller einen
äußerst bitteren Beigeschmack erzeugte, welcher insbesondere bei Ihm
nicht das Interesse an sachlicher Diskussion erwarten läßt!
Abgesehen hiervon wird
aus Sicht des Kreiselternrates davon ausgegangen, daß diese Veranstaltung
die ersten Stiche einer Naht bilden kann, welche perspektivisch das
zerrissene Tischtuch zwischen Kreiselternrat und Stadtverwaltung/Schulausschuß
wieder zusammenfügt. Auch wenn nach dieser Veranstaltung noch
immer viele grundlegende Fragen offen geblieben sind, noch immer tiefe
Gräben in den Auffassungen bestehen, eine Brücke ist gebaut. Wir sind
endlich wieder im Gespräch miteinander!
Unabhängig oder gerade wegen der einsetzenden Gespräche erhält das
Bürgerbehren eine zunehmende Bedeutung und Wichtigkeit bezüglich
der Begleitung und Unterstützung o.g. Prozesse. Wir bitten deshalb seitens
des Kreiselternrates um weitere starke Unterstützung des Bürgerbegehrens!